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Federseemuseum Bad Buchau - Zurück in die Steinzeit


In der Steinzeit lebten nur grunzende, unzivilisierte Höhlenmenschen, die sich mit ihren Knüppeln gegenseitig die Schädel einschlugen? Von wegen!

Wie pfiffig die Menschen der Alt- und Jungsteinzeit wirklich waren, davon durften sich die 6. Klassen unserer Realschule zu Beginn der ersten Kompaktwoche selbst überzeugen. Am 28.11. und 29.11.16 fuhren wir mit unseren Geschichtslehrern Frau Abendschein, Frau Guivala, Herrn Heim und Herrn Schmolz ins Federseemuseum nach Bad Buchau. Nach zwei Stunden unterhaltsamer Busfahrt Richtung Bodensee und zurück in der Zeit kamen wir am Federsee im Jahr 16.000 v. Chr. an. Auch die Temperaturen waren eiszeitlich. Bei etwa minus 4 Grad erkundeten die Klassen zusammen mit Frau Gläsle, einer Archäologin, die nachgebaute Steinzeitsiedlung.

Unter warmen Schaffellen zusammengekuschelt saßen wir dann an der Feuerstelle in der Mitte des Dorfes und erfuhren von Frau Gläsle, wie die Steinzeitmenschen mit einfachsten Mitteln warme Kleidung herstellten. Das Leder schnitt man mit dem scharfen Feuerstein. Die Löcher wurden mit einem angespitzten Tierknochen ins Leder gestochen. Genäht wurde mit Sehnen und feineren Knochennadeln. Sogar einen echten Faustkeil bekamen wir zu sehen. Und die Menschen in der Steinzeit waren nicht nur gute Näher, sondern auch richtige Handwerker: Die Entwicklung des Rades wurde am Federsee vorangetrieben. Fürs Speerwerfen hatten die steinzeitlichen Tüftler sich ebenso etwas ausgedacht. Eine kleine Holzschleuder half, den Speer möglichst weit wegzuschleudern. Im Wettbewerb mit den Mitschülern versuchten wir Speere auf einen Strohballen zu schleudern. Manch einer warf weit über das Ziel hinaus, sodass wir ein, zwei Speere aus dem See retten mussten.

Unsere nächste Station war eine der niedrigen Holzhütten, die mit Baumrinde gedeckt überall im Dorf stehen. Dort konnten wir sehen, wie schwierig es ist, mit einfachsten Mitteln Feuer zu machen. Immer und immer wieder schlugen wir einen Feuerstein an Katzengold, um einen Funken zu erzeugen. Funken gab es viele, aber Feuer gab es keines. Wir probierten es alle aus. Die Schwierigkeit bestand darin, dass der Funke auf ein Stück Zunderschwamm fallen muss, um sich dort zu entzünden. Zunderschwämme wachsen an Bäumen. Endlich schaffte es einer von uns! Ganz leicht glomm der Schwamm, nun noch schnell etwas Stroh dazu, das brennt gut. Dann musste man leicht pusten, um die Flamme mit Sauerstoff zu versorgen. Wir hatten Feuer gemacht!

Im Anschluss an unsere Führung durchs Steinzeitdorf erkundeten wir noch die Umgebung. Rund um den Federsee befindet sich eine Moorlandschaft. Durch die darunter liegenden Moorschichten ist der Boden elastisch wie Gummi. Zusammen brachten wir mit Springen die Bäume im nahe liegenden Wackelwald zum Schaukeln. Das wärmte auch gegen die Eiseskälte. Gegen 14 Uhr traten wir die Heimreise an.


Text und Fotos: S. Guivala